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Parodontologie

Behandlung von Zahnfleisch

Viele Menschen leiden unter Mundschleimhaut- und/oder Zahnfleischentzündungen. Neben diesen Erkrankungen kümmern wir uns um den Zahnfleischrückgang (sog. Rezession) sowie um die Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates. Ist das Zahnfleisch und der Knochen zurückgegangen, können sich Taschen bilden. So kann es notwendig werden, die Bakterien in solchen Taschen zu bestimmen (Keimtest) und eine Behandlung ggf. medikamentös oder mit der Photodynamischen Therapie zu unterstützen.
 
Mit modernen Operationstechniken können wir Ihnen oft helfen den Zustand wieder deutlich zu verbessern oder rückgängig zu machen, in dem Knochen wieder aufgebaut wird.

Keimtest: Parodontitis früh erkennen

Mit einem Keimtest wir feststellen, welche Bakterien sich in Ihren Zahnfleischtaschen befinden. Dafür entnehmen wir schmerzfrei eine kleine Probe mit feinen Papierspitze an verschiedenen Zähnen in Ihrem Mund. Ein Labor analysiert anschließend, ob und vor allem in welcher Menge Keime vorhanden sind, die Zahnfleischentzündungen und Parodontitis verursachen.

So können wir Ihre Behandlung gezielt planen und bei Bedarf eine passende Antibiotikatherapie wählen. Als Alternative für die Antibiotikatherapie haben wir auch die Möglichkeit mit der Photo-Dynamischen Therapie die Bakterien sehr gezielt zu bekämpfen. Auch der Behandlungserfolg lässt sich anschließend kontrollieren.

Das Ergebnis liegt in der Regel nach etwa 10 Tagen vor. Fragen Sie uns gern nach einem Keimtest, wir beraten Sie persönlich.

Häufig gestellte Fragen

Für wen ist ein Keimtest sinnvoll?

Vor allem für Menschen mit einer Parodontitis, anhaltendem Zahnfleischbluten, tiefen Zahnfleischtaschen oder Zahnfleischentzündungen, die trotz guter Pflege wiederkehren. Auch vor Implantaten, Transplantationen oder bei Risikofaktoren wie Diabetes kann er sinnvoll sein.

Wie läuft der Test ab, und tut er weh?

Der Test ist schmerzfrei. Mit einer sehr feinen Papierspitzen entnehmen wir eine kleine Probe bei fünf verschiedenen Zahnfleischtaschen. Das dauert nur wenige Minuten und erfordert keine Betäubung.

Wie lange dauert es bis zum Ergebnis?

Das Labor wertet die Probe aus, in der Regel liegt das Ergebnis nach etwa 10 Tagen vor. Wir besprechen es anschließend persönlich mit Ihnen.

Was bringt mir das Ergebnis?

Wir sehen, welche Bakterien und in welcher Menge vorhanden sind. So können wir die Behandlung gezielt planen und, falls nötig, ein passendes Antibiotikum auswählen. Als Alternative für die Antibiotikatherapie haben wir auch die Möglichkeit mit der Photo-Dynamischen Therapie die Bakterien sehr gezielt zu bekämpfen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Es handelt es sich um eine Privatleistung, die gesetzliche Kassen in der Regel nicht übernehmen. Private Versicherungen erstatten sie häufig. Die genauen Kosten nennen wir Ihnen vorab in der Praxis.

Photo-Dynamische Therapie: Sanfte Keimreduktion ohne Antibiotika

Die Photo-Dynamische-Therapie (PDT) ergänzt die Behandlung von Parodontitis, Zahnfleischentzündungen und Entzündungen rund um Implantate. Sie nutzt Licht, um Bakterien gezielt abzutöten, schonend und ohne Schmerzen.

Durch Bestrahlung mit einer speziellen Lichtquelle (Laser) wird eine nebenwirkungsfreie Farbstofflösung aktiviert und wandelt sich zum hocheffizienten Breitband-Antiseptikum in der Zahnfleischtasche. Fast 100 % aller oralen Bakterien in einer Zahnfleischtasche werden während der Behandlung abgetötet. Bakterien, Viren und Pilze werden wirksam reduziert – schnell, sicher und schmerzfrei sowie ohne Verfärbungen bzw. Nebenwirkungen.

Das Prinzip der Photo-Dynamischen-Therapie (Helbo, Firma Bredent) beruht auf dem Abtöten von Erregern mittels eines Photosensitizers, der bei Bestrahlung mit Licht einer speziellen Wellenlänge aktiven Sauerstoff bildet. Dieser zerstört die Zellwände der Bakterien und führt zum Absterben der Keime.

Bei dieser Therapie der Keimreduktion wurden bis heute keinerlei Schädigungen am Gewebe, keine Allergien und keine sonstigen Nebenwirkungen festgestellt.

Der Einsatzbereich dieses Verfahren liegt in der Keimreduktion von Zahnfleischtaschen, Desinfektion von Wurzelkanälen, Desinfektion von freiliegenden Implantaten, beseitigt Restkeime bei sehr tiefer Karies und hilft bei Weichgewebsinfektionen (z. B. Herpes, Aphten). Und das Allerbeste – es tut nicht weh!

Die Behandlung dauert je nach Anzahl der zu behandelnden Zähne etwa 30 Minuten, ist in der Regel schmerzfrei und braucht meist keine Betäubung. Gesundes Gewebe wird geschont, und es entstehen keine Resistenzen gegen Antibiotika.

Fragen Sie uns gern nach der Photo-Dynamischen-Therapie, wir beraten Sie persönlich.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Parodontitis?

Parodontitis ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, die meist durch ein Ungleichgewicht von Bakterien verursacht wird. Unbehandelt führt Parodontitis zum Abbau von Zahnfleisch und in dessen Folge auch zum Verlust von Kieferknochen. Im schlimmsten Fall kann das eine Lockerung und den Verlust von Zähnen verursachen. Da die Erkrankung oft ohne Schmerzen verläuft, bleibt sie in vielen Fällen lange unbemerkt.

Woran erkenne ich eine Parodontitis?

Erste Anzeichen sind Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder dem Benutzen von Zahnseide, gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch oder ein unangenehmer Geschmack im Mund. Im weiteren Verlauf können sich Zahnfleischrückgang, lockere Zähne oder später auch Veränderungen beim Biss bemerkbar machen. Der Schweregrad kann nur mit einer individuellen Untersuchung und Messung der Zahnfleischtaschen in Kombination mit einem aktuellen Röntgenbild festgestellt werden.

Wie wird Parodontitis behandelt?

Zunächst sollte eine professionelle Zahnreinigung (PZR) erfolgen, um die oberhalb des Zahnfleischsaumes anhaftenden Beläge zu entfernen. Darauf folgt eine umfassende Diagnostik (ggf. inkl. Röntgen) und Messung der Zahnfleischtaschen, sowie eine Anleitung, Motivation und Optimierung ihrer häuslichen Mundhygiene. In manchen Fällen ist die zusätzliche Bestimmung des Keimspektrums in den Zahnfleischtaschen mithilfe einer Laboranalyse sinnvoll. Die eigentliche Parodontitis- Behandlung beginnt mit einer gründlichen Reinigung der Zahnfleischtaschen unter lokaler Betäubung des Zahnfleisches. Dabei werden Beläge und Zahnstein ober– und unterhalb vom Zahnfleischsaum entfernt. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann eine auf das Keimspektrum abgestimmte Antibiose oder Photodynamische Therapie oder weitere chirurgische Maßnahmen notwendig sein. Für einen langfristigen Erfolg sollten Sie nicht rauchen oder das Rauchen drastisch reduzieren. Eine regelmäßige Nachsorge mit engmaschiger lebenslanger professioneller Zahnreinigung und guter häuslicher Mundhygiene sind entscheidend, um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern.

Kann Parodontitis geheilt werden?

Antwort:
Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, bei der eine engmaschige Kontrolle unumgänglich ist. Bereits entstandene Schäden an Knochen und Gewebe lassen sich meist nicht mehr rückgängig machen. Die Erkrankung kann jedoch durch eine frühzeitige und konsequente Behandlung erfolgreich gestoppt und somit langfristig kontrolliert werden. Wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wurde lassen sich die eigenen Zähne oft viele Jahre erhalten.

Kann Parodontitis Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben?

Ja – an einem Zahn hängt ein ganzer Mensch. Wissenschaftliche Studien zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt, Rheuma, Alzheimer, Frühgeburt und weiteren Erkrankungen. Da Bakterien und Botenstoffe der Entzündungen im Mund über das Zahnfleisch in den Blutkreislauf gelangen ist es besonders wichtig für unseren ganzen Körper, dass diese entzündlichen Veränderungen unbedingt behandelt werden.

Eine gesunde Mundhöhle trägt deshalb nicht nur zum Zahnerhalt bei, sondern auch zur allgemeinen Gesundheit bzw. kann Therapien von anderen Grunderkrankungen sehr positiv beeinflussen.

Tipp für Patienten:

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und professionelle Zahnreinigungen helfen dabei, Parodontitis frühzeitig zu erkennen oder im Idealfall vorzubeugen. Sollten Sie Zahnfleischbluten oder andere Beschwerden / Symptome bereits bemerkt haben, vereinbaren Sie möglichst früh einen Termin bei uns – je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

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